Sexarbeit bezeichnet die einvernehmliche Erbringung sexueller Dienstleistungen für eine finanzielle oder materielle Gegenleistung.
Das vielfältige Tätigkeitsfeld umfasst eine Vielzahl von Arbeitsweisen, wie u.a.:
- Straßensexarbeit,
- Wohnungssexarbeit,
- Arbeit in Bordellen, Laufhäusern, Saunaclubs, Terminwohnungen oder Studios und Barbetrieben,
- Escort-Services,
- BDSM-Dienstleistungen,
- erotische Massagen,
- Stripshows,
- Wohnwagen-Sexarbeit,
- erotische Videos und Cam-Arbeit,
- Sexualassistenz und Sexualbegleitung, also das Erbringen von sexuellen Dienstleistungen für Menschen mit Einschränkungen und Beeinträchtigungen.
Sexarbeit und der juristische Begriff Prostitution werden häufig synonym verwendet. Die Bezeichnung Sexarbeit betont dabei, dass der einvernehmliche Tausch von sexuellen Handlungen gegen Geld eine Dienstleistung ist. Sobald diese Einvernehmlichkeit fehlt, liegt eine Straftat vor. Somit ist der Begriff „Zwangsprostitution“ irreführend und widersprüchlich.
Was ist Sexarbeit?
Der Gedanke Menschen Nähe zu geben und dafür bezahlt zu werden, reizte mich schon immer. Erste Versuche wagte ich erst mit Ende 20 neben meinem Beruf im Marketing. Sofort war ich begeistert, welche positive Auswirkung ich durch Nähe und Intimität auf mein Gegenüber haben kann.
Weitere Vorteile des Berufs, die ich auch bei Kolleg:innen beobachte, sind:
- hohe Verdienstmöglichkeiten ohne Ausbildung,
- flexible Arbeitszeiten, die Raum für Familie sowie die
eigene Gesundheit ermöglichen, - vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten.
Letzteres merke ich auch bei mir: mittlerweile arbeite ich sowohl als Escort als auch als „Supportive Sexworker“. Neben hedonistischen Begegnungen biete ich Menschen mit professioneller Unterstützung einen geschützten Raum auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten Sexualität. Zusätzlich absolviere ich eine Ausbildung in Sexualtherapie, um meine Unterstützung noch fundierter gestalten zu können.
Was meine Kundinnen und Kunden suchen, ist unterschiedlich: Nähe, Intimität, angenommen werden, sich fallen lassen. Manche suchen eine Begleitung auf ihrer erotischen Reise. Manche verbringen mit mir ihr erstes Mal überhaupt oder suchen nach langer Abstinenz wieder Zugang zur Sexualität. Andere möchten explizit Neues ausprobieren oder lernen „im Bett besser zu werden“.
Die Motivation meiner Kundschaft ist so vielfältig wie die Kundschaft selbst. Ich erlebe immer wieder, dass jede Begegnung anders ist und Menschen mit ganz unterschiedlichen Wünschen und Erwartungen zu mir kommen.
Dabei bin ich mir der Missstände bewusst, die in der Branche existieren. Auch ich habe Negatives erlebt. Ich sehe die Lösung aber in mehr Rechten, besseren Arbeitsbedingungen sowie Entstigmatisierung und engagiere mich deshalb aktivistisch beim Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen. Zudem kläre ich online auf meinen Kanälen über Sexarbeit und Sexualität auf.
Jay Stark
Escort und Supportive Sexworker
Mitglied im BesD e. V.
